Begegnungen mit Mutter Natur

USA

Lake McDonald, USA

Das weiße Ruder sticht in glasklares Wasser und lässt kleine Wellen über das Nass laufen. Davon aufgeschreckt, schießt ein Schwarm Forellen unter meinem gelben Kayak hervor. Die schlanken Fische schnellen davon, über die algenbewachsenen Steine am Grunde des Gletschersees. 

Schweigend gleitet das flache Boot über das Leben in der Tiefe hinweg. Nicht einmal die grau-braunen Rehe lassen sich von meiner Anwesenheit stören. Unbeeindruckt knabbern sie im ufernahen Dickicht junges Grün. Während die schneebedeckten Berge am Horizont wie stumme Riesen den Frieden zu ihren Füßen überblicken.

Der amerikanische Alptraum

USA

Schild in einem Vorgarten in Portland (Zufluchtsstadt)Sie sind meistens männlich und schleichen mit hängenden Schultern die Straße entlang. Ihr Blick ist leer, ihre Ausstrahlung apathisch. Wie alt sie sind, lässt sich kaum erraten. Ihre Kleidung ist dreckig und alt, die Haut schmutzig und ungepflegt. Manchmal haben sie einen abgewetzten Rucksack oder Beutel bei sich. Manchmal sind Hose und T-Shirt ihr einziger Besitz. Vereinzelt befinden sich Frauen unter ihnen, selten Paare oder ganze Familien. Sie sind obdachlos und leben auf den Straßen der amerikanischen Küsten-Städte zwischen San Francisco und Seattle.

Eine Insel, umgeben vom Meer der Realität

USA


Der Nebel legt sich über das Wasser und lässt graue Farbe ins blaue Nass laufen. Der Himmel wird zu einer milchigen, weißen Wand, die sich erst über den Strand wälzt und sich anschließend in aller Ruhe über die Hügel San Franciscos legt. Bis alle Umrisse verschwinden und die eigene Hand vor Augen kaum noch sichtbar ist. 

Vergessener Ort

Think about it

Ein kleiner Ort mit drei Supermärkten, deren Namen alle mit N beginnen: Das Angebot ist beschränkt auf das Notwendigste. Mehr können die Anwohner auch nicht bezahlen. Das Alkohol-Sortiment ist vielfältiger als die Obst- und Gemüse Abteilung. Eine klare Priorisierung der lokalen Nachfrage. Der teuerste Wein kostet 2,49 Euro. Nur für die zwei Liter Flasche muss der Kunde 50 Cent mehr abzählen.

Ein Solotanz gilt als Königsklasse des Balletts. Er erfordert von der Künstlerin, sicher – und sich ihrer selbst bewusst – auf eigenen Beinen zu stehen. Ohne Partner gibt es keine Stütze, keinen Schutz. Die Tänzerin wagt sehr viel mit sehr wenig. Das eigene Können, die eigene Kraft und der eigene Wille sind die Säulen, die alles tragen. Sie entscheiden über Erfolg oder Scheitern.

Alleine auf der Bühne zu stehen, bedeutet, seine Grenzen ständig zu hinterfragen. Doch genau dies ermöglicht Dinge zu verwirklichen, die vorher nur ein Traum waren. Entwicklungsprozesse zu durchlaufen und durch die stetige Herausforderung an Stärke zu gewinnen.

Wer als Solistin durchs Leben geht, mag die eigene Einsamkeit als Schwäche sehen. Und dabei vergessen zu würdigen, dass dieser Tanz das anspruchsvollste Stück ist. Eine Partie, die Persönlichkeit erfordert und das Wesen der Künstlerin ausdrucksvoll hervortreten lässt.

Wer möchte nicht einen Tanz mit der weiblichen Hauptfigur wagen?

Solotanz

Think about it

From Berlin to Loch Ness

Berlin to Schottland, Places I saw before I died

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Loch Ness – Schottland

Während ich auf das Fährboot zugehe, bekomme ich zufällig die Anweisungen eines anderen Kapitäns an seine Fahrgäst mit: Taschen sollen an Land bleiben, alle Passagiere müssen Trockenanzüge tragen. Das Wetter sei unberechenbar, da der schmale See wie ein Windkanal wirkt und die Wellen dadurch schnell zwei Meter hoch werden.